Wir wollen wieder einmal in größerer Runde essen gehen. Gut, dass alle recht unkompliziert sind und keine besonderen Wünsche haben. Alte Freunde eben. Da geht es vor allem um das Wiedersehen.

Der erste Vorschlag wird dennoch gleich kategorisch abgelehnt. „Sicher nicht. Nur, weil du in diesem Bezirk wohnst.“ Es darf also für niemanden ein Heimspiel werden. Der zweite Vorschlag wird mit einem kühlen „Na ja“ verworfen. Auf die dritte Idee folgt: „Die Dings will doch unbedingt Fisch.“ Gut, sollen doch die anderen einen Vorschlag machen. Nein, ich bin überhaupt nicht beleidigt.

Damit auch immer alle über alle Bemerkungen informiert bleiben, wird eine Gruppe erstellt. Im Minutentakt poppen nun Nachrichten auf. Sie lesen sich in etwa so. „Der Koch dort kokst doch.“ „Das ist mir zu teuer. Hallo?“ „Da war ich früher immer, das macht mich traurig.“ „Das kenne ich nicht.“ Nach rund 100 Nachrichten und bilateralen Lästereien (alle grundsätzlich wertschätzend natürlich) gibt es endlich einen Favoriten. Dort ist aber leider an einem Freitagabend kein Tisch mehr frei. Für so eine große Runde müsste man Wochen vorher reservieren. Und überhaupt: Da schon in zwei Monaten Weihnachten ist, geht sowieso gar nichts mehr. Das muss man so hinnehmen, vor Weihnachten gehen offenbar alle schwarmartig essen. Wir ja auch.

Auch bei anderen Vorhaben ist das Weihnachtsargument übrigens unschlagbar. Du willst ein neues Sofa? Einen Friseurtermin an einem Samstagvormittag? Das geht sich heuer leider nicht mehr aus. Und wenn man nicht bald die Fotos für das obligate Fotobuch zu Weihnachten organisiert hat, dann muss man es wieder express um einen Betrag machen lassen, für den man auch einen Tisch zum Sofa dazukaufen könnte.

Apropos Tisch. Einer von der Runde hat dann vorgeschlagen, mit seiner Frau zu kochen. Alle haben sofort zugesagt. Sie soll ihn angeblich gefragt haben, ob er verrückt geworden ist. Weil: „Die gehen ja alle nie wieder heim.“ Sehr gemütlich war es dann. Ist spät geworden.Lesen Sie mehr auf:abschluss kleider | abendkleid kurz